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Metallguss Panzermodelle 1:72 – Ein Vergleich in Bildern

Seit einiger Zeit besitze ich eine kleine aber feine Sammlung an deutschen WW2 Modellpanzern im Maßstab 1:72, vorwiegend aus Metall. Da die einzelnen Modelle aus ganz unterschiedlichen Quellen und kommen und von unterschiedlichen Herstellern sind habe ich mir mal die Mühe gemacht einen kleinen Vergleich anzustellen. Viel Spaß beim lesen!

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Das Familienfoto. Von links nach rechts: DeAgostini StuG.III Ausf.G, Panzerstahl 88027 Pz III Ausf.N, DeAgostini Panther Ausf.A, DeAgostini Tiger P “Elefant” (“Ferdinand”), DeAgostini Tiger I (early production), Easy Model 36217 Tiger I (late production), Dragon Armor 60048 King Tiger Henschelturm (Königstiger), DeAgostini Jagdpanther, Panzerstahl Pz IV Ausf.F2

Den Großteil meiner Sammlung machen die kostengünstigen Modelle der Sammelreihen von DeAgostini/Atlas/Altaya aus. Dieselben Modelle werden in unterschiedlichen Ländern von verschiedenen Verlägen mit Begleitheften zum sammeln angeboten. Ich verwende daher die Herstellerbezeichnungen austauschbar. Da ich die Modelle  ausnahmslos gebraucht und ohne Heft gekauft habe, mache ich über die Qualität der Hefte keine Aussagen.

Ungleiches Paar. Der DeAgostini Tiger war mein erstes Modell überhaupt. Das StuG 3 des gleichen Verlegers kam später. Ban beachte das überstrapazierte Gummiband welches als Ketten für das StuG herhalten muss.

Ungleiches Paar. Der DeAgostini Tiger war mein erstes Modell überhaupt. Das StuG 3 des gleichen Verlegers kam später. Man beachte das überstrapazierte Gummiband welches als Ketten für das StuG herhalten muss.

Die DeAgostini/Altaya/Atlas-Modelle sind aus Metallguss und liegen schwer in der Hand. Allerdings sind die beweglichen Türme, soweit vorhanden, und die sonstigen aufbauten aus Plastik. Alle Modelle kommen in einer Plastik-Austellbox. Die hab ich aber gar nicht erst aufgehoben, da ich die Modelle lieber “Freiluft” aufstelle. Auch nehme ich die Modelle gerne immer mal wieder in die Hand und spiel damit herum. Ich habe selbst noch keine der Sammelrreihen im Handel gesehen, sondern hab mir die Modelle einzeln über eBay (gebraucht) zusammengekauft. Die Preise liegen so zwischen 3 und 7 Euro, je nach Modell und Verlauf der Auktion (ohne Versandkosten). Dafür erhält man solide Modelle, die allerdings von der Verarbeitung her zu Wünschen übrig lassen. Insbesondere beim Kunstofffahrwerk wurde wenig sorgfältig gearbeitet. Oft stehen die Plastik-Laufräder schräg zur Fahrtrichtung und die Bemalung wirkt auch meist etwas steril. Ich habe bei zweien der Modelle mehrere Laufräder abgebrochen, um sie anschließend wieder parallel anzukleben.
Panzerjäger unter sich. De Agostini Jagdpanther und Tiger P "Ferdinand". Wieso der Jagdpanther ein silbrig schimmerndes Abschlepptau bekommen hat ist mir schleierhaft. Eine dezentere dunklere Metallicfarbe wäre hier besser gewesen. Sonst sieht die Bemalung aber authentisch aus.

Panzerjäger unter sich. De Agostini Jagdpanther und Tiger P “Ferdinand”. Wieso der Jagdpanther ein silbrig schimmerndes Abschlepptau bekommen hat ist mir schleierhaft. Eine dezentere dunklere Metallicfarbe wäre hier besser gewesen. Sonst sieht die Bemalung aber authentisch aus, von der mangelnden Tiefe beim Fahrwerk mal abgesehen.

Waffenbrüder. Panther Ausf.A und Tiger von De Agostini. Beiden liegen schwer in der Hand. Die Bemalung ist jeweils etwas fad ausgefallen. Positiv: Die meisten De Agostini Modellen haben im Gegensatz zur Konkurrenz eine (Gummi-)Antenne.

Waffenbrüder. Panther Ausf.A und Tiger von De Agostini. Beiden liegen schwer in der Hand. Die Bemalung ist jeweils etwas fad ausgefallen. Positiv: Die meisten De Agostini Modellen haben im Gegensatz zur Konkurrenz eine (Gummi-)Antenne.

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Nahaufnahme am DeAgostini Tiger. Man sieht wie lieblos die Laufräder ausgerichtet sind. Und das war noch eines der besseren Modelle, wo ich nichts nachgebessert habe.

Bei Panzerstahl handelt es sich um einen jungen deutschen Anbieter der neu auf den Markt kommt. Er scheint sich vorerst auf Modellreihen zu beschränken die bei den etablierten Anbietern nicht im Angebot stehen. Dazu zählen neben meinen Pz3 und Pz4 auch der Hetzer, 8,8cm Flak 18/36 oder Sd. Kfz. 234/2 Puma. Ich habe meine beiden Die Cast Modelle für jeweils knapp 12 Euro über einen eBay Anbieter neu gekauft. Man darf hoffen dass Panzerstahl seine Modellpalette ausbaut und dann auch den von Dragon Armor dominierten Markt angreift. Denn die Modelle brauchen sich bzgl. Verarbeitung und Detailtreue vor denen von Dragon Armor nicht zu verstecken. Etwas mehr Konkurrenz würde den Preisen sicher gut tun.

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Seltenes Duo. Panzerstahl Pz4 und Pz3 (von links), welche man bei anderen Herstellern nicht findet.

Prunkstück der Sammlung ist das Modell von Dragon Armor. Die Dragon Armor Modelle gelten als echte Sammlerstücke und gehen selbst gebraucht mit Preisen von über 20 bis zu 30 Euro über die virtuellen Ladentische. Ich habe meinen für 17 Euro von einem eBay Anbieter neu gekauft und damit schon fast ein Schnäppchen gemacht. Das Modell ist bildschön. Sehr gut verarbietet und bemalt. Allerdings ist auch hier der Turm aus Plastik und nicht nur das. Ich musste enttäuscht feststellen dass jegliche Oberfläche bei dem als Die Cast (Metallguss) angepriesenen Modell doch aus Kunststoff ist.  Lediglich im Innern versteckt sich irgendwo ein Metallkern. (siehe weiter unten)

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Der King. Unangefochten auf dem Thron, sowohl was Prestige, Preis und Verarbeitung angeht: Dragon Armor 60048 King Tiger (Henschel).

Da ich ursprünglich entschieden hatte meine Sammlung aus Die Cast (Metallguss-) Modellen zusammenzustellen, läuft das Modell von Easy Model quasi außer Konkurrenz mit. Die Panzer von Easy Model sind vollständig aus Kunststoff. Ich habe meins als Geschenk erhalten, aber man findet sie im Handel z.B. bei Amazon für um die 10 Euro. Das ist für ein Plastikmodell bereits ein stolzer Preis, den ich aber für gerechtfertigt halte. Die Modelle sind sehr schön und detailreich ausgestaltet und liebevoll bemalt und kommen genauso wie ihre Die Cast Kollegen mit einer Ausstellbox daher. Allein wer wie ich seine Modelle immer wieder mal gern in die Hand nimmt wird überhaupt einen Unterschied feststellen können.

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Plastiktiger. Das Modell von Easy Model ist mein einziges Vollkunststoffmodell. Es überzeugt aber durch Detailreichtum und authentische Bemalung.

Weiter geht’s mit einer vergleichenden Bilderstrecke …

Hinterteile. Vergleich der Details zwischen DeAgostini Panther (links) und Dragon Armor Königstiger. Hohe Spaltmaße beim Panther, perfekter Sitz und plastisch wirkende Details beim Tiger.

Hinterteile. Nahaufnahme der Heckpartien von DeAgostini Panther (links) und Dragon Armor Königstiger. Grobe Spaltmaße und Gummikette beim Panther, perfekter Sitz und plastisch wirkende Details beim Tiger II.

Tigermeeting. Direkter Vergleich zwischen DeAgostini-  (links) und Easy Model Tiger. Auch abgesehen vom Muster wirkt die Bemalung bei Easy Model authentischer, z.B. die Schmauchspuren an der Kanonenmündung. Und immer wieder wirken die Gummiketten an den DeAgostini-Modellen zu billig.

Tigermeeting. Direkter Vergleich zwischen DeAgostini- (links) und Easy Model Tiger. Auch abgesehen vom Muster wirkt die Bemalung bei Easy Model authentischer, z.B. die Schmauchspuren an der Kanonenmündung. Und immer wieder wirken die Gummiketten an den DeAgostini-Modellen zu billig. Das Turm-MG ist mir beim Easy Model bereits abgebrochen. Das hätte aber den Die-Cast Modellen ebenso passieren können, da solche Detailaufbauten immer aus Plastik sind.

Zweimal dasselbe Fahrgestell. Links Panzerstahl Pz 3, rechts DeAgostini StuG III. Man beachte den gelungenen Rosteffekt auf Auspuffrohren und Ketten beim Pz 3. Das StuG kann mit einer doppelten Antenne glänzen.

Zweimal dasselbe Fahrgestell. Links Panzerstahl Pz 3, rechts DeAgostini StuG III. Man beachte den gelungenen Rosteffekt auf Auspuffrohren und Ketten beim Pz 3. Das StuG kann mit einer doppelten Antenne glänzen, bleibt aber in puncto Detailtreue hinter seinem Fahrgestellbruder zurück.

Der (Plastik-)Turm des DeAgostini Panthers weist eine Riffelung auf. sollte hier Zimmerit nachempfunden werden? Dafür ist das Muster aber zu regelmäßig.

Der (Plastik-)Turm des DeAgostini Panthers weist eine Riffelung auf. sollte hier Zimmerit nachempfunden werden? Dafür ist das Muster aber zu regelmäßig.

So wird's richtig gemacht: Dragon Armor Königstiger mit authentischem Zimmeritanstrich auf Turm und Wanne.

So wird’s richtig gemacht: Dragon Armor Königstiger mit authentischem Zimmeritanstrich auf Turm und Wanne.

Eisen Fehlanzeige. Der Magnettest beweist: Metall sucht man in der Nähe des Dragon Armor Turms vergebens.

Eisen Fehlanzeige. Der Magnettest beweist: Metall sucht man in der Nähe des Dragon Armor Turms vergebens.

Lediglich auf dem Unterboden bleibt der Magnet hängen. Aber selbst dort ist die Oberfläche des als "Die Cast" angeprisenen Modell aus Kunststoff.

Lediglich auf dem Unterboden bleibt der Magnet hängen. Aber selbst dort ist die Oberfläche des als “Die Cast” angeprisenen Modells aus Kunststoff.

Der Pz 4 ist der einzige in der Sammlung bei dem sogar die Kanone aus Metall ist.

Der Pz 4 ist der einzige in der Sammlung bei dem sogar die Kanone aus Metall ist.

Wobei ich an dieser Stelle dazusagen muss dass die DeAgostini-Modelle den Magnettest trotz Metalloberflächen auch nicht bestehen. Hier kam offensichtlich eine nichtmagnetische Legierung zum Einsatz.

Der DeAgostini Tiger ist mit 130g das schwerste Modell der Sammlung. Alle DeAgostini Modelle belegen die vordersten Plätze.

Der DeAgostini Tiger ist mit 130g das schwerste Modell der Sammlung. Alle DeAgostini Modelle belegen die vordersten Plätze und fühlen sich dementsprechend “satt” in der Hand an.

Dagegen bringt der Dragon Armor "Die Cast" Tiger II nur  schlappe 90g auf die Waage.

Dagegen bringt der Dragon Armor “Die Cast” Tiger II nur schlappe 90g auf die Waage.

Mit 55g ist der Kunststoff-Tiger von Easy Model naturgemäß das leichteste Modell.

Mit knapp 60g ist der Kunststoff-Tiger von Easy Model naturgemäß das leichteste Modell.

Fazit: Um eines vorwegzunehmen, ich mag alle meine Panzermodelle und gebe keines wieder ab! Die DeAgostini/Altaya Modelle sind qualitativ geringerwertig, kosten aber auch deutlich weniger und wer seine Modelle auch mal gern in die Hand nimmt wird sich über das satte Gewicht dieser Serie freuen. Optischer Schwachpunkt sind eindeutig das Laufwerk und die Gummiketten. Die anderen Hersteller empfinde ich als qualitativ besser aber untereinander ebenbürtig. An den Modellen von Dragon Armor ist nichts auszusetzten, aber von einem als Die Cast (Metallguss) angepriesenen Modell hätte ich mir einen höheren Metallanteil gewünscht. Ich denke bei Dragon Armor zahlt der Kunde zu einem gewissen Grad auch den Namen. Ich halte die Modelle daher gegenüber z.B. Panzerstahl für überteuert. Gerade die Panzerstahl-Modelle machten auf mich einen sehr guten Eindruck und ich hoffe dass hier eine echte Konkurrenz heranwächst. Für den Einstieg und als reine Vitrinenmodelel rate ich zu Easy Model. Die Modelle sind preiswert aber detailreich und unterscheiden sich optisch nicht von ihren teureren Kollegen.

So, ich hoffe es war etwas nützliche Information dabei. Rückmeldungen sind gerne willkommen. Und wer weiß, bis demnächst. (Wer genau hingeschaut hat wird bemerkt haben dass ich auch noch eine 1:72 Flugzeugsammlung habe 😉 )

Scrontch.

Update (15.12.2013):

Die Sammlung hat Nachwuchs erhalten: “Dragon Armor 60110 Jagdtiger Henschel Production w/Zimmerit”. Wieder handelt es sich um ein Modell aus der Dragon Armor “Collector Series”, die oft als Die-Cast angepriesen wird aber in Wirklichkeit hauptsächlich aus Kunststoff besteht. Hier ein paar Fotos.

Dragon Armor 60110 Jagdtiger: In der gewohnt tadellosen Dragon Armor Verarbeitung. Detailliert und authentisch wirkender Anstrich (mit Zimmerit).

Dragon Armor 60110 Jagdtiger: In der gewohnt tadellosen Dragon Armor Verarbeitung. Detailliert und authentisch wirkender Anstrich (mit Zimmerit).

Der abgewetzte "Used"-Look auf den Oberflächen verleiht dem Modell plastiche Details und einen erhöhten Grad an Realismus. Das setzt sogar nochmal eins drauf im Vegleich zum Königstiger desselben Herstellers.

Der abgewetzte “Used”-Look auf den Oberflächen verleiht dem Modell plastiche Details und einen erhöhten Grad an Realismus. Das setzt sogar nochmal eins drauf im Vegleich zum Königstiger desselben Herstellers.

Abermals etwas enttäuschend: Der schwerste Panzer des 2.Weltkrieges (70t) wiegt in der Dragon-Armor 1:72 Ausführung nur 90g.

Abermals etwas enttäuschend: Der schwerste Panzer des 2.Weltkrieges (70t) wiegt in der Dragon-Armor 1:72 Ausführung nur 90g.

Update (19.03.2014):

Heute habe ich mich entschieden die im Anstrich fad wirkenden Modelle von DeAgostini mal etwas aufzupeppen. Und zwar mit alter Schuhcreme!

Die Werkweuge: Zwei Zahnbürsten und eine Dose uralt-Schuhcreme, deren Inhalt schon zerbröckelt ist.

Die Werkweuge: Zwei Zahnbürsten und eine Dose uralt-Schuhcreme, deren Inhalt schon zerbröckelt ist.

Und los geht's. Mit der einen Zahnbürste wird dick aufgetragen und in alle Rillen und Senken gedrückt. Danach mit der anderen wieder wegkratzen so gut es geht und zuletzt noch glatte Flächen mit einem Taschentuch etwas polieren.

Und los geht’s. Mit der einen Zahnbürste wird dick aufgetragen und in alle Rillen und Senken gedrückt. Danach mit der anderen wieder wegkratzen so gut es geht und zuletzt noch glatte Flächen mit einem Taschentuch etwas polieren.

Vorher.

Vorher.

Nachher. Die Oberflächen sehen etwas dreckig und abgewetzt aus. Details wirken plastischer.

Nachher. Die Oberflächen sehen etwas dreckig und abgewetzt aus. Details wirken plastischer.

Der helle Panther profitiert am deutlichsten durch den Schuhcremetrick.

Der helle und einst steril wirkende Panther profitiert am deutlichsten vom Schuhcremetrick.

(Vergleiche zu https://scrontch.files.wordpress.com/2013/05/img_0429.jpg)

Endlich sehen die Laufräder nicht mehr so nach Billig-Plastik aus.

Endlich sehen die Laufräder nicht mehr so nach Billig-Plastik aus.

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